Farmermobil: Mobilstall für Legehennen im Überblick
Die mobile Geflügelhaltung gewinnt in Deutschland stark an Bedeutung, und der Name farmermobil taucht dabei immer häufiger auf. Wer sich mit versetzbaren Hühnerställen beschäftigt, stößt schnell auf diesen Hersteller aus Laer. In diesem Ratgeber erklären wir, wofür farmermobil steht, welche Modelle es gibt, welche Technik dahintersteckt und worauf Sie bei Recht und Wirtschaftlichkeit achten sollten.
Dieser Beitrag erklärt ausführlich:
- wer hinter dem Markennamen farmermobil steht und wie das Unternehmen arbeitet
- welche Mobilstall-Modelle und Kapazitäten das Sortiment umfasst
- welche Technik und Automatisierung in den Ställen verbaut ist
- warum die Nachfrage nach mobilen Geflügelställen aktuell steigt
- welche rechtlichen Fragen bei Aufstellung und Genehmigung zu klären sind
- welche Anforderungen an Auslauf und Tierschutz gelten
- wie sich die Wirtschaftlichkeit mobiler Hühnerhaltung grob einordnen lässt
- Antworten auf die häufigsten Fragen rund um farmermobil und Mobilställe
Wer oder was ist farmermobil?
Bei farmermobil handelt es sich um einen eingetragenen Markennamen der farmermobil GmbH. Das Unternehmen aus Laer beschreibt sich als in Deutschland führender Hersteller von Mobilställen für die Legehennenhaltung und die Hähnchenaufzucht.
Ein von farmermobil hervorgehobenes Merkmal ist die eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Sie entwickelt nach Herstellerangaben sowohl die kompletten Fahrzeuge als auch die Voliere und die zugehörige Technik. Dieses Zusammenspiel aus Fahrzeugbau und Stalltechnik ist ein Kern des Konzepts.
Das Modellportfolio von farmermobil
Das Sortiment von farmermobil umfasst bis zu neun verschiedene mobile Hühnerställe. Allen gemeinsam ist das Konstruktionsprinzip: Jeder mobile Stall ist als Fahrzeug mit fest installiertem Fahrgestell aufgebaut. Dadurch ist er vollmobil und lässt sich vergleichsweise leicht auf der Fläche bewegen. Genau darin liegt der Grundgedanke der mobilen Haltung, denn der Stall wird regelmäßig versetzt, damit sich die Grasnarbe im Auslauf erholen kann.
Standardmodelle
Das Einstiegsmodell STARTER-max ist für bis zu 450 Legehennen in Freilandhaltung ausgelegt und arbeitet mit vollautomatischem Stallbetrieb über einen Stallcomputer. Der fm600 eignet sich für bis zu 900 Legehennen in Freilandhaltung und ist ebenfalls für den vollautomatischen Betrieb konzipiert. Für größere Bestände steht der fm1000 zur Verfügung, der für bis zu 1.500 Legehennen ausgelegt ist.
Die XL-Serie
Für höhere Tierzahlen bietet farmermobil die XL-Serie an. Dazu zählen die Modelle fm450 XL, fm600 XL, fm1000 XL und fm1300 XL. Diese sind laut Hersteller für 900, 1.200, 1.850 beziehungsweise 2.500 Legehennen konzipiert. Zu beachten ist eine Einschränkung: Die XL-Modelle sind auf trockenem Boden zwar vollmobil, für den Transport auf öffentlichen Straßen jedoch zu breit. Wer eine XL-Variante wählt, sollte diesen Punkt bei der Planung von Standort und Flächenlogistik berücksichtigen.
Hinweis zur Einordnung: Bei einzelnen Modellen können sich die Kapazitätsangaben zwischen Standard- und XL-Serie überschneiden, so etwa beim fm600 und fm600 XL. Die Zuordnung ist in den Quellen nicht immer trennscharf. Für eine verbindliche Auskunft empfiehlt sich in jedem Fall eine direkte Rücksprache mit unserem Kundenservice.
Technik und Automatisierung der Mobilställe
Ein wesentlicher Vorteil moderner Mobilställe liegt im hohen Automatisierungsgrad, der den täglichen Arbeitsaufwand spürbar reduziert. Bei farmermobil führen alle Modelle den Mist über elektrische Kotbänder ab. Für die Eiabnahme sind die Ställe mit Abrollnestern und Eierbändern ausgestattet, sodass die Eier komfortabel im Vorraum abgenommen werden können. Zudem verfügt jedes Modell über eine eingebaute Hygieneschleuse im Eingangsbereich, was der Biosicherheit zugutekommt.
Am Beispiel des fm600 lässt sich der Umfang der Automatisierungstechnik gut nachvollziehen. Dazu gehören eine Lichtsteuerung, eine Kettenfütterung, das automatische Öffnen und Verriegeln der Nester, die Steuerung der Auslauföffnung, ein Lüftungssystem sowie elektrische Kot- und Eiersammelbänder. Diese Komponenten greifen ineinander und ermöglichen einen weitgehend selbsttätigen Stallbetrieb.
In der Praxis wirkt sich das direkt auf den Arbeitsalltag aus. Nach Beschreibung aus dem Handel nehmen die tägliche Tierkontrolle und das Einsammeln der Eier meist weniger als eine Stunde in Anspruch. Für Betriebe, die neben der Geflügelhaltung weitere Aufgaben zu bewältigen haben, ist das ein wichtiges Argument.
Warum die Nachfrage nach Mobilställen steigt
Die aktuelle Aufmerksamkeit für farmermobil ist kein Zufall, denn die mobile Geflügelhaltung befindet sich insgesamt im Aufwind. Immer mehr Landwirtinnen und Landwirte setzen bei der Haltung von Geflügel auf mobile Ställe. Die Zahl der Betriebe mit dieser Haltungsform ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen und liegt derzeit bei ungefähr 3.000.
Nach Schätzungen des Bundesverbandes mobile Geflügelhaltung leben etwa drei Millionen Tiere in versetzbaren Behausungen. Der überwiegende Teil entfällt dabei auf die Eierproduktion: Rund 97 Prozent der mobilen Stallplätze werden für Legehennen genutzt. Dieser Trend spiegelt das gestiegene Interesse an tiergerechter Freilandhaltung und an Direktvermarktung wider. Für Anbieter wie farmermobil bedeutet das eine wachsende Zielgruppe, die von der Kombination aus Mobilität, Automatisierung und Serienfertigung profitieren möchte.
Rechtliche Fragen bei der Aufstellung
Wer einen Mobilstall aufstellen möchte, sollte sich frühzeitig mit den rechtlichen Rahmenbedingungen befassen. Die baurechtliche Lage in Deutschland ist uneinheitlich, denn jedes Bundesland hat eigene Vorschriften. Eine Rolle spielen dabei das Baugesetzbuch, insbesondere die Paragrafen 201 und 35, sowie die jeweiligen Landesbauordnungen. In einigen Bundesländern wird für mobile Hühnerställe keine Baugenehmigung benötigt, in anderen sieht die Lage anders aus.
Grundsätzlich gilt laut Fachportalen, dass Mobilställe auch eine Baugenehmigung benötigen können. Die Prüf- und Genehmigungsverfahren sind bundesweit bislang sehr unterschiedlich geregelt. Ein häufiges Kriterium ist die Standdauer. In Bayern gilt beispielsweise: Wird der Mobilstall länger als drei Monate an derselben Stelle aufgestellt, gilt er als ortsfest und fällt damit unter die Bayerische Bauordnung. Das regelmäßige Versetzen des Stalls ist damit nicht nur aus Sicht der Grasnarbe sinnvoll, sondern kann auch rechtlich relevant sein.
In Baden-Württemberg gibt es eine Neuregelung. Danach muss ein Mobilstall künftig jederzeit ohne viel Aufwand bewegt werden können und einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb dienen, entweder zum Zweck der Freilandhaltung oder der ökologisch-biologischen Geflügelhaltung. Da sich die Vorgaben je nach Bundesland unterscheiden, empfiehlt es sich in der Regel, vor der Anschaffung Kontakt zur zuständigen Behörde aufzunehmen.
Tierschutz, Meldepflicht und Auslauf
Neben dem Baurecht sind tierschutzrechtliche Anforderungen zu beachten, die unabhängig vom Umfang der Haltung gelten. Ganz gleich, ob es sich um eine gewerbsmäßige Haltung oder um Hobbyhaltung handelt, der Hühnerhalter muss seinen Bestand in jedem Fall bei der zuständigen Veterinärbehörde anzeigen. Es gilt die Tierschutznutztierhaltungsverordnung mit Vorgaben zum Platzbedarf je Henne beziehungsweise zur Trogbreite pro Tier. Diese Vorgaben betreffen auch Hobbygeflügelhalter.
Für die Freilandhaltung ist zudem der Auslauf geregelt. Vorgeschrieben ist, dass die Tiere tagsüber uneingeschränkten Zugang zu einem Grünauslauf haben müssen. Gesetzlich vorgeschrieben ist dabei eine Fläche von vier Quadratmetern pro Tier. Um die Grasnarbe zu schonen, empfiehlt es sich, das Auslaufareal so großzügig zu bemessen, dass der Stall vier, besser sechsmal versetzt werden kann, bevor er wieder am Ausgangsplatz steht. So bleibt der Bewuchs erhalten und der Boden erholt sich zwischen den Standorten.
Wirtschaftlichkeit mobiler Hühnerhaltung
Zur Wirtschaftlichkeit von farmermobil treten Sie gerne mit uns in den Kontakt.
Um dennoch eine grobe Einordnung zu ermöglichen, helfen allgemeine Beispielwerte aus der mobilen Haltung. Sie stammen nicht von farmermobil, sondern von anderen Herstellern und Quellen, und sind nicht auf farmermobil-Modelle übertragbar. Ein Betrieb schaffte sich 2020 einen handelsüblichen Mobilstall für bis zu 340 Legehennen an; der Neupreis lag brutto bei 49.800 Euro. Zusammen mit einem mobilen Hühnerzaun und einer Verkaufseinrichtung betrugen die Gesamtkosten in diesem Beispiel 51.800 Euro. Rechnerisch entsprach das einem Stallplatz von 123 Euro netto beziehungsweise 146 Euro brutto.
Auch bei den laufenden Kosten gibt es Anhaltspunkte aus Studienwerten. In der mobilen Öko-Haltung mit 240 Hennen wurden durchschnittliche Produktionskosten von 32,2 Cent je Ei ermittelt, davon 12,2 Cent Arbeitskosten. Bei konventioneller mobiler Haltung lagen die Kosten bei 23 Cent je Ei. Auf der Erlösseite gibt der Hersteller an, dass Freilandeier aus dem Mobilstall im Durchschnitt für 30 bis 40 Cent pro Stück verkauft werden. Diese Werte verdeutlichen, dass die Direktvermarktung ein zentraler Baustein der Wirtschaftlichkeit sein kann. Eine belastbare Kalkulation ist jedoch immer individuell und hängt von Standort, Vermarktungsweg und Betriebsgröße ab.
FAQ: Häufige Fragen zu farmermobil und Mobilställen
Was genau ist farmermobil?
Farmermobil ist ein eingetragener Markenname der farmermobil GmbH aus Laer. Das Unternehmen stellt Mobilställe für die Legehennenhaltung und die Hähnchenaufzucht her und bezeichnet sich selbst als in Deutschland führender Hersteller in diesem Bereich. Auf der eigenen Website nennt es sich zudem Europas führender Hersteller mobiler Hühnerställe. Diese Angaben stammen vom Hersteller und sind nicht unabhängig bestätigt.
Für wie viele Hennen sind die farmermobil-Ställe ausgelegt?
Das Sortiment reicht vom Einstiegsmodell STARTER-max für bis zu 450 Legehennen über den fm600 für bis zu 900 Tiere bis zum fm1000 für bis zu 1.500 Tiere. Die XL-Serie deckt mit den Modellen fm450 XL, fm600 XL, fm1000 XL und fm1300 XL Kapazitäten von 900 bis 2.500 Legehennen ab. Insgesamt umfasst das Portfolio bis zu neun verschiedene Ställe.
Sind die Ställe wirklich mobil?
Ja, jedes Modell ist als Fahrzeug mit fest installiertem Fahrgestell konstruiert und dadurch vollmobil. Zu beachten ist allerdings, dass die Modelle der XL-Serie auf trockenem Boden zwar bewegt werden können, für den Transport auf öffentlichen Straßen jedoch zu breit sind.
Wie viel Arbeit macht ein Mobilstall täglich?
Dank hoher Automatisierung ist der tägliche Aufwand überschaubar. Nach Beschreibung aus dem Handel benötigen die tägliche Tierkontrolle und das Einsammeln der Eier meist weniger als eine Stunde. Möglich machen das unter anderem elektrische Kotbänder, Abrollnester mit Eierbändern sowie die automatisierte Steuerung von Licht, Fütterung und Lüftung.
Brauche ich für einen Mobilstall eine Baugenehmigung?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, da die baurechtliche Lage in Deutschland uneinheitlich ist und jedes Bundesland eigene Vorschriften hat. In einigen Bundesländern ist keine Baugenehmigung erforderlich, grundsätzlich kann jedoch auch für Mobilställe eine Genehmigung nötig sein. Häufig spielt die Standdauer eine Rolle. In Bayern gilt ein Stall beispielsweise als ortsfest, wenn er länger als drei Monate an derselben Stelle steht. Klären Sie die Anforderungen vorab mit der zuständigen Behörde.
Muss ich meine Hühner anmelden?
Ja. Ob gewerbsmäßige Haltung oder Hobbyhaltung, der Bestand muss in jedem Fall bei der zuständigen Veterinärbehörde angezeigt werden. Zudem gilt die Tierschutznutztierhaltungsverordnung mit Vorgaben zum Platzbedarf je Henne, die auch für Hobbygeflügelhalter verbindlich sind.
Wie groß muss der Auslauf sein?
In der Freilandhaltung müssen die Tiere tagsüber uneingeschränkten Zugang zu einem Grünauslauf haben. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Fläche von vier Quadratmetern pro Tier. Damit sich die Grasnarbe erholt, empfiehlt es sich, den Auslauf so groß zu wählen, dass der Stall vier, besser sechsmal versetzt werden kann, bevor er wieder an den Ausgangsort zurückkehrt.
Was kostet ein farmermobil-Stall?
Zu farmermobil liegen keine belegten Listenpreise vor. Das Unternehmen arbeitet mit unverbindlichen Anfragen und individuellen Angeboten. Verfügbare Preisbeispiele stammen von anderen Herstellern und sind nicht auf farmermobil übertragbar. Für eine belastbare Kalkulation sollten Sie ein individuelles Angebot einholen und die Erlöse aus der Direktvermarktung berücksichtigen.
Lohnt sich ein Mobilstall wirtschaftlich?
Das hängt stark von Standort, Betriebsgröße und Vermarktungsweg ab. Studienwerte zeigen Produktionskosten von rund 32,2 Cent je Ei in der mobilen Öko-Haltung und etwa 23 Cent je Ei in konventioneller mobiler Haltung. Freilandeier aus dem Mobilstall werden laut Hersteller im Durchschnitt für 30 bis 40 Cent pro Stück verkauft. Ob sich daraus ein tragfähiges Ergebnis ergibt, sollte immer individuell durchgerechnet werden.
Bilder oder Text wurden zum Teil mit KI erstellt oder bearbeitet.
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